Streitschlichtungsprogramm "Gewaltfrei leben
lernen"
in der Grund- und Hauptschule Rödental
In
den letzten Jahren zeigt sich eine zunehmenden Bereitschaft bei Jugendlichen, zwischenmenschliche
Konflikte, die nun einmal nicht ausbleiben können, mit teilweise brachialer
Gewalt zu lösen. Ziel des Streitschlichterprogrammes ist es, Kinder und
Jugendliche zu Toleranz zu erziehen, sie anzuhalten, ihre Konflikte auch ohne
Gewalt zu lösen, und ihnen die dazu möglichen Wege aufzuzeigen.
Einschlägige Erfahrungen hat Diakon Günter Tischer
bei den regelmäßigen Diskoveranstaltungen im Gemeindehaus St. Johannis in
Rödental sammeln müssen. Seinen Vorschlag, dieser Entwicklung nicht nur mit mahnenden
Worten oder der Einschaltung der Polizei zu begegnen, sondern mit einem
konkreten Projekt zur Toleranzerziehung und einer gewaltfreien Konfliktlösung,
griffen die evangelische Jugend in Rödental und die Schulleitung der
Hauptschule an der Martin‑Luther‑Straße spontan auf.
Ein Liederabend warb für diesen Gedanken stellte
dadurch 4 000.-DM für die praktische Durchführung bereit. Viele haben dabei in selbstloser Weise mitgeholfen;
angefangen bei den beiden, von ihrer Coburger Zeit her noch bestens bekannten
Sängerinnen Ulrike Heyse und Daphne Becka sowie ihrer Partnerin am Klavier,
Nelly Adams. Susanne Fritze und Cornelia Tischer referierten eingangs über das
Streitschlichtungsprogramm, das an der Rödentaler Grund- und Hauptschule in
Angriff genommen wurde.

Nach kurzer Vorbereitungszeit wurde das Projekt
"Gewaltfrei leben lernen" im Januar in Oeslau gestartet. Im letzten
Schuljahr wurden zunächst die drei fünften Klassen und eine sechste von Diakon
Günter Tischer und seiner als Sozialpädagogin tätigen Frau Cornelia regelmäßig
betreut, zusammen immerhin etwa 120 Jungen und Mädchen. Daneben kümmerten sich
die Tischers, beide haben eine Ausbildung, im Konfliktmanagement.
Zu den Highlights der im letzten Schuljahr für die
fünften Klassen angebotenen Aktionen gehörten zweifellos Einkehrtage im
Jugendhaus Neukirchen sowie der erlebnispädagogische Tag im Naturschutzgebiet
Sauloch, wo die Kinder in Kleingruppen auch gemeinsam für ihr Essen zu sorgen
hatten (siehe Pressefoto). Die Schülerinnen und Schüler sollten sich dabei auch
einmal außerhalb der Schule in der Freizeit begegnen, um sich so besser kennen
zu lernen. Auch nach einem Jahr gemeinsam in einer Klasse hätten sich noch
längst nicht alle Schüler mit dem Namen gekannt.

Mittlerweile konstituierte sich für das
Streitschlichterprogramm ein Projektbeirat. Diesem gehören unter anderem der
Jugendkontaktbeamte der auch für Rödental zuständigen Polizeiinspektion
Neustadt, der Rödentaler Bürgermeister sowie Vertreter der Schulleitung, der
Kirchengemeinden und der Jugendpflege an. Mit diesem Beirat soll laut Diakon
Tischer auch nach außen hin deutlich gemacht werden, dass Gewalt ein
gesellschaftliches Problem ist, das nur gemeinsam gelöst werden kann.
Anläßlich des Regionaltreffens in
Nürnberg hatte Susanne Thesing einen Preis von 1.000,- DM für ein besonders
förderfähiges Projekt ausgelobt. Dieser Preis ging an das Konto vom Förderverein
unseres Clubs für das Projekt „Gewaltfrei leben lernen“.